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Pressespiegel:

03. Juli 2009
Diskussion zum Thema "Bürgerfreundliches Rathaus"

Das Rote Rathaus bleibt in Berlin

Lothar Fink erläuterte den Gästen seine Vorstellungen von einem bürgernahen Rathaus.
Nordwalde. Hätte sich Lothar Fink am Mittwochabend zu einem Fässchen durchringen können, dann hätte aus seiner öffentlichen Diskussion zum Thema „Bürgerfreundliches Rathaus“ schnell eine kleine Betriebsfeier für die Gemeindeverwaltung werden können. Denn von den rund 46 Mitarbeitern war gut die Hälfte in die Gaststätte Diepenbrock gekommen, um sich über die Vorstellungen ihres möglichen künftigen Chefs zu informieren.

Der Bürgermeisterkandidat von SPD, UWG und Grünen, der gerne seine Unabhängigkeit betont, gab sich locker und bestimmt zugleich. Entscheidungen wolle er am liebsten gemeinsam treffen, gleichwohl müsse einer das letzte Wort haben. Von seinen Mitarbeitern erwartet er Loyalität. Was er darunter verstehe, wollte eine Rathaus-Angestellte wissen. „Dass Sie mir alle Informationen zur Verfügung stellen, die ich brauche. Im Gegenzug setze ich mich für Sie ein. Sie sollen alle Möglichkeiten haben, an diese Informationen zu kommen.“ Optimale Arbeitsbedingungen seien zur Erfüllung der Aufgaben wichtig.

Bei der Vorstellung seiner Ideen nahm sich Fink zunächst das Rathaus vor: „Das Entree könnte schöner werden als es jetzt ist. Es ist schwierig einen Ansprechpartner zu finden.“ Die bereits geplanten Sanierungsmaßnahmen (die WN berichteten) begrüßt der Kandidat ausdrücklich. Aber zusätzlich würde er gerne ein Bürgerbüro einrichten.

Bei seinem Vortrag hob Fink immer wieder den Dienstleistungscharakter der Verwaltung hervor. Die Frage, ob das Bürgerbüro auch am Samstagmorgen geöffnet haben solle, löste bei einigen Verwaltungsmitarbeitern alles andere als Begeisterungsstürme aus. (Allerdings hatte Fink zuvor gewagt, deutlich herauszustellen, dass die Verwaltung für den Bürger da sein müsse und nicht umgekehrt.) Immerhin: Eine Mitarbeiterin entschuldigte sich nachher schon fast für die Reaktion ihrer Kollegen: Deren Einstellung sei nicht repräsentativ für das ganze Rathaus. Fink ließ das Thema Öffnungszeiten indes offen. Man müsse den Bedarf und die personellen Möglichkeiten abklären und dann entscheiden: „Ausschließen will ich den Samstag aber nicht.“
Trotz einiger provokanter Fragen aus der ersten Reihe („Wie gut kennen Sie Nordwalde eigentlich?“ - „Ist Ihnen eigentlich bekannt, dass etliche gestandene Mitarbeiter der Verwaltung in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen?“) ließ sich der Mann aus Duisburg weder aufs Glatteis führen noch in die Ecke drängen.

Fink erläuterte, dass er freiwerdende Positionen gerne intern besetzen würde, sofern die Bewerber die erforderlichen Kompetenzen vorweisen könnten. Angesprochen auf eine mögliche CDU-Ratsmehrheit nach der Wahl, sagte Fink, dass er damit keine Probleme hätte. Die meisten Entscheidungen seien schließlich nicht parteipolitischer Natur: „Es gibt keine CDU-Schulen oder SPD-Straßen.“ Und das von der CDU befürchtete „rote Rathaus“ werde es auch nicht geben: „Das gibt es sowieso nur in Berlin.“

In puncto Stärken verwies Fink auf seinen bisherigen beruflichen Werdegang und sein ehrenamtliches Engagement. Der gelernte Bankkaufmann und Geschäftsführer der AWO in Mülheim an der Ruhr mit 160 Mitarbeitern zählt Betriebswirtschaft, Arbeitsrecht, Personalführung und das Aufbauen von Strukturen zu den Dingen, die er gut beherrscht. Außerdem habe er in verschiedenen Ämtern schon reichlich politische Erfahrung sammeln können. Unter anderem auch sehr gute Erfahrung mit CDU-Leuten, wie Fink betonte.

VON MICHAEL SCHWAKENBERG, STEINFURT

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